Warum Personalgewinnung „auf Sicht“ nicht mehr funktioniert.

Warum Personalgewinnung „auf Sicht“ nicht mehr funktioniert.

  • Recruiting im Feuerwehrmodus
  • „Wir stellen ein, sobald das Projekt gewonnen ist.“
  • Verantwortung übernehmen

 

Der Vertriebsleiter erzählt mir, er würde mehr Projekte gewinnen, hätten sie nur die passenden Leute an Board. Der HR-Leiter klagt sein Leid, er würde ja mehr Leute einstellen, hätten sie nur mehr Projekte, damit sie das neue Personal sofort unter Last und Faktura bekommen. Na ja, was soll ich sagen? Das gegenseitige Blockieren könnte wohl nicht ausgeprägter sein. Oder was meinen Sie?

Schöne alte Business Welt

Es war doch so schön und einfach. Wir haben ein Projekt gewonnen und danach hat HR im Feuerwehrmodus die passenden Leute dafür gewonnen. Natürlich waren Festanstellungen bevorzugt, doch zur Not konnte man sich auch mit Freelancern über Wasser halten. Wichtig war es, das Projekt zu besetzen und Kunden zufriedenzustellen. Früher, als es noch relativ einfach für HR war, schnell Mitarbeiter zu finden und dann zu präsentieren – das waren noch schöne Zeiten. Doch Sie und ich, wir wissen es schon länger: Das funktioniert heute nicht mehr. Wichtig ist es jetzt, dass die anderen – ergo der Vertrieb, die Geschäftsleitung und die Fachbereichsverantwortlichen - das auch erfahren und verstehen. Liebe HR- und Recruiting-Mitarbeiter, eine Frage an Sie: Was bringt es Ihnen, wenn Sie arbeiten wie ein Ackergaul und die anderen denken nur, warum kappt es denn nicht mehr mit der schnellen Stellenbesetzung? Schafft es unsere Personalabteilung nicht mehr? Brauchen wir mehr Headhunter? Was ist da los bei den Kolleginnen und Kollegen im Recruiting?

Recruiting in Feuerwehrmodus

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Personalgewinnung, in der Tat geben Sie Ihr Bestes. Sie arbeiten und arbeiten und arbeiten und es ist trotzdem nie genug. Sie haben weder die Zeit noch die Muße, sich fortzubilden, denn Sie sind einfach viel zu beschäftigt, oft bis an die Belastungsgrenze und darüber hinaus. Doch das interessiert leider niemanden. Sie sollen im Ausnahmezustand die richtigen Leute beschaffen, damit die Firma im Idealfall wächst oder zumindest mal nicht schrumpft. Jetzt die schlechte Nachricht des Tages für Sie: Diese Situation wird sich für Sie niemals ändern, solange Sie dieses Spiel weiter mitspielen. Sie haben in der Tat eine gute Absicht – Sie wollen ja, das alles läuft, und machen und machen und machen. Doch solange der Vertrieb, die Geschäftsleitung und Führungskräfte in den Fachbereich nicht spüren und wahrnehmen, dass dieser Weg nicht mehr funktioniert, ändert sich auch nichts. Es liegt an Ihnen, diese Bombe platzen zu lassen. Haben Sie den Mut, diese Dauerschleife „Feuerwehrmodus im Recruiting“ zu verlassen. Hier eine kurze Step-by-Step-Anleitung, wie das aussehen kann:

1.     Akzeptieren Sie, dass Sie - egal wieviel Sie arbeiten - in diesem energiefressenden Feuerwehrmodus im Recruiting nicht gewinnen werden, da Ihr Unternehmen ohne erkennbare Strategie agiert. „Personalbeschaffung auf Projektbasis“ funktioniert in einem Arbeitnehmermarkt nur noch teilweise, wenn überhaupt.

2.     Erklären Sie Ihren Vertriebsleitern, Geschäftsführern und anderen Prozessbeteiligten wie z. B. Teamleitern, dass sich der Arbeitsmarkt in den letzten Jahren radikal geändert hat. Früher haben die Unternehmen entschieden, wer für sie arbeiten darf. Heute entscheiden die Kandidaten, ob sie für ein anderes Unternehmen aktiv werden wollen oder nicht.

3.     Schaffen Sie Transparenz in Ihrem Unternehmen, dass die Macht der Entscheidung heute einzig und allein bei den Kandidaten liegt.

4.     Die passenden Kandidaten haben alle einen guten Job – wenn sie nicht gerade Freelancer sind, wechseln sie diese sichere Anstellung nicht für ein neues Projekt. Es braucht heute andere Argumente, um Interessenten davon zu überzeugen, einen sicheren Arbeitsplatz zu verlassen. Früher waren es Bewerber, heute sprechen wir von Interessenten.

5.     Sie benötigen eine neue Recruiting-Strategie und -Planung, damit Sie Kandidaten nicht auf Zuruf finden müssen. Diese Strategie stammt aus 1990 – und sie ist definitiv überholt.

Sollte Ihr Vertriebsleiter beispielsweise noch abblocken und sagen, das gehe so nicht – dann ist jetzt Ihre Geschäftsleitung gefragt. Wollen wir heute und in Zukunft das Body Leasing Business weiterhin betreiben? Oder wollen wir auch eigenständige Projekte für unsere Kunden durchführen? Sollten Sie diese Frage mit einem Ja beantworten, sollten Sie als Unternehmen auch in der Lage sein, Ihr Recruiting strategisch auf die Zukunft auszurichten und zu planen. Was Sie heute davon abhält, ist Ihr Fokus, auf Projekte zu rekrutieren!

Verantwortung übernehmen

Es ist Zeit, dass Sie im HR und Recruiting Verantwortung übernehmen und Ihre passende Recruiting-Strategie einfordern. Es liegt an Ihnen, ob Sie den Feuerwehrmodus nachhaltig verlassen wollen. Machen Sie sich auf den Weg und fordern Sie den Change in Ihrem Unternehmen ein. Automatisch passiert das nicht. Mehr Input dazu erhalten Sie unter http://neue-recruitingmodelle.de/