Mitarbeiterbindung: Ist die Probezeit noch zeitgemäß?

Mitarbeiterbindung: Ist die Probezeit noch zeitgemäß?

  • Wer prüft hier wen?
  • Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit
  • Auf Augenhöhe bitte!

 

Reflexartig lautet Ihre Antwort: Auf jeden Fall! Habe ich recht? Doch nehmen Sie sich einen Augenblick Zeit und reflektieren Sie an dieser Stelle nochmal. Macht die Probezeit in herkömmlicher Form noch Sinn?

Ich löse die Frage aus meiner Sicht auf:  Auf jeden Fall ist die Probezeit noch zeitgemäß, doch unter einem anderen Gesichtspunkt - wer prüft hier eigentlich wen?

Wer prüft hier wen?

Früher war die Ausgangslage klar und somit auch die Antwort eindeutig. In Zeiten des Arbeitgebermarktes waren die Menschen froh, dass sie in dem jeweiligen Unternehmen arbeiten durften. Sie mussten sich in den ersten 3 oder auch 6 Monaten zeigen und ihr Können unter Beweis stellen. In vielen Unternehmen herrscht dieses Mindset (Einstellung) immer noch.  Doch in Zeiten des Arbeitnehmermarktes sind die Rahmenbedingungen anders und dies äußert sich wie folgt:

  • Die Macht der Entscheidung liegt beim Kandidaten/ Interessenten
  • Kandidaten/ Interessenten haben alle einen Job – sie wechseln nur, wenn sich eine eindeutige Verbesserung für sie ergibt

Doch liebe HR- und Fachabteilung, hier ist Vorsicht geboten, wenn Sie als Arbeitgeber Ihren neuen Mitarbeiter nicht von Ihrem Unternehmen und der zu besetzenden Rolle überzeigen können. Geht dieser neu gewonnene Mitarbeiter innerhalb der Probezeit, bleibt sein Stuhl leer. Diesen leeren Platz wieder zu besetzen wird Zeit, Geld und jede Menge Mühe kosten – da sind wir uns doch einig. Also stellen Sie sich bitte darauf ein, dass Sie als Arbeitgeber überzeugen müssen. Folgende Punkte halte ich für besonders wichtig:

  • Halten Sie alle Ihre Einstellungsversprechen
  • Kümmern Sie sich aktiv um Ihren neuen Mitarbeiter - aktives Coaching von HR- und Fachseite sind hier sehr wichtig
  • Kommunizieren Sie jede Woche mit dem Mitarbeiter, formulieren Sie Ziele und Teilzeile und vermeiden Sie jegliches Missverständnis

Nur so wird es Ihnen gelingen, Ihren neuen Mitarbeiter von Ihrem Unternehmen nachhaltig zu überzeugen. Sie sagen, dies sei zu aufwendig? Korrekt, es ist aufwendig - doch wollen Sie die Lücke wieder aufwendig füllen müssen?

Erfolgsfaktoren für eine erfolgreiche Zusammenarbeit

Wann fühlen sich Mitarbeiter willkommen? Lassen Sie uns bitte nicht über Standards sprechen - Laptops, Handy und ein ausgestatteter Arbeitsplatz sind Pflicht und nicht die Kür. Also was ist wirklich wichtig? Meiner Meinung nach ist ein Patentkonzept auf jedem Level wichtig, denn Ihr neuer Mitarbeiter kennt weder Ihre Kultur noch die ungeschriebenen Gesetze im Unternehmen. Ersparen Sie idealerweise beiden Seiten komische Erfahrungen. Sofort aufs Projekt schicken und der Rest ergibt sich schon, ist ein sicherer Weg ins Aus – da fühlt sich ein Mitarbeiter wenig aufgenommen und fragt sich schnell, warum er sich für diese Firma und nicht einen Mitbewerber entschieden hat. Klare Ziele, eine offene Kommunikation und pure Transparenz bezogen auf die Aufgabe und persönliche Erwartungen sind der Schlüssel für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Ich kenne Firmen, die engagieren externe Coaches in der Einarbeitungszeit, um die zwischenmenschliche Ebene und Zusammenarbeit optimal zu unterstützen. Können Sie sich das vorstellen?

Auf Augenhöhe bitte!

Eines darf Ihnen und vor allem der Fachabteilung bewusst sein: Wer prüft hier wen? Wer seinen Mitarbeitern nicht auf Augenhöhe begegnet und sie mit Respekt und Würde behandelt, braucht sich nicht wundern, dass diese bald das Weite suchen. Leadership auf Augenhöhe und aufmerksame Führung sind Schlüsselfaktoren im Recruiting der Zukunft. In meinem Mitarbeiterbindungs- und -findungsmodell „LOAM“ habe ich alle Punkte zusammengefasst und erklärt. Nutzen Sie Ihre Chance und informieren Sie sich auf meiner Website https://neue-recruitingmodelle.com/.

 Fazit:

Ist die Probezeit noch zeitgemäß? Diese Frage beantworte ich mit einem klaren Ja – nur dass Sie sich jetzt als Arbeitgeber beweisen müssen.