Corona - Lessons learned? Warum IT- und Unternehmensberatungen diese Punkte umstellen sollten

Corona - Lessons learned? Warum IT- und Unternehmensberatungen diese Punkte umstellen sollten

  • Homeoffice
  • Projektvorgehensweise
  • Geschäftsreisen
  • Chancen

 

Im Gespräch mit einem Geschäftsführer eines SAP Systemhauses fällt mir der extrem positive und vorwärts gerichtete Blickwinkel auf. Der Unternehmer erzählt mir, dass er sich schon die Frage stelle, warum er so viele Niederlassungen in Deutschland unterhält, wo doch das Projektgeschäft auch in den letzten 3 Monaten super gelaufen sei.  Des Weiteren sprechen wir über die Chancen im Geschäftsmodell, die sich genau jetzt ergeben. Alles Weitere erfahren Sie in diesem Artikel.

 

Homeoffice

Spannende Erkenntnisse stellen und stellten sich bei den Beratern, Führungskräften und auch bei den Endkunden in den letzten Wochen ein.

  1. Das Projektgeschäft lässt sich tatsächlich fast zu 100 Prozent aus dem Homeoffice betreiben – sofern vorher eine Vertrauensbasis geschaffen wurde.
  2. Die Projektarbeit lässt sich mittels passender Technik sogar effektiver und produktiver abbilden (Beispiel folgt) - „Produktivität steigt im Homeoffice signifikant“ laut einer Studie der Standford Universität 
  3. Die Kommunikation mit Kunden, Kollegen und Vorgesetzten leidet nicht.

Wow, wer hätte das vor einem Jahr gedacht? Meiner Meinung nach ergeben sich daraus für die Consulting Branche enorme Chancen und Potenziale. Vorbei ist doch jetzt die längst überfällige Forderung an neue Mitarbeiter, dass diese voll reisebereit sein müssen. Ich freue mich auf die Ausschreibungen, in denen zu lesen sein wird, zwei Tage Reisezeit pro Woche sind völlig ausreichend.

Mir ist an dieser Stelle nochmal wichtig zu betonen, dass es bei diesem Punkt nicht nur um Schwarz oder Weiß geht, sprich Home Office ja oder nein – sondern um ein sowohl als auch geht.

 

Geschäftsreisen

Ist es vonnöten, dass Sie für ein dreistündiges Meeting wirklich nach Hamburg fliegen und somit effektiv den ganzen Tag unterwegs sind? Ist es absolut notwendig, dass Sie vier Stunden zum Kunden fahren, arbeiten und danach wieder nur im Auto sitzen? Ist es denn absolut nötig, dass Sie jeden Tag eine Stunde ins Office fahren, um am Standort zu sein und die Kollegen zu sehen? Die Antwort liegt wohl auf der Hand – nein, ist es nicht! Reisezeit ist meist verlorene Zeit und somit unproduktiv. Was glauben Sie, was Sie alles erledigen könnten, wenn Sie weniger unterwegs wären? Ich kenne Ihren Einwand – im ICE kann man super arbeiten. Ja klar, doch wer will das denn wirklich? Über die Kosten oder Klimaaspekte möchte ich an dieser Stelle gar nicht sprechen.

Der Geschäftsführer sagte zu mir, er sei jahrelang für Meetings nach Wien geflogen – in den letzten Wochen hätten sie das alles per Video gemacht und der qualitative  Output wäre mindestens gleichwertig.

 

Projektvorgehensweise

Sie glauben, dass sich Kunden in den letzten drei Monaten nicht mehr für neue SAP Projekte entschlossen haben? In der Tat sind sicherlich deutlich weniger Projektverträge zustanden gekommen, doch so manch familiengeführtes Unternehmen hat genau jetzt zugeschlagen. „Wir haben aktuell wenig Arbeit – somit stellen wir uns jetzt IT-technisch neu auf und machen die komplette S/4 HANA Migration. Wir haben jetzt Zeit und wollen optimal gerüstet sein, sobald das Business wieder losgeht.“  Dies hat mir ein Inhaber aus dem Maschinenbau mitgeteilt.

„Des Weiteren hat unser SAP Partner das Kickoff Event für dieses große Projekt mit 70 virtuellen Teilnehmern komplett online durchgeführt. Wir als Unternehmen haben uns dazu kommittet, den persönlichen Kontakt so gut wie möglich zu minimieren.“

Allein schon aus Kostengründen muss die ganze Branche ihre Projektmodelle überdenken. Auch im Mittelstand wird es akzeptiert, dass nur der Software Architekt vor Ort ist und sein Team im Hintergrund im Homeoffice oder nearshore orchestriert.

 

Chancen

Projektvorgehensweise, Mitarbeitergewinnung und Projektkosten – diese Strukturen lassen sich völlig neu überdenken, sobald Sie die Corona-Zeit als „Business Blueprint“ ansehen und Ihre „Lessons Learned“ daraus ableiten. Es ist mir völlig klar, solange Sie ums geschäftliche Überleben kämpfen, haben diese Punkte wenig Relevanz für Sie. Doch ich gehe stark davon aus und wünsche Ihnen auch, dass Sie als IT Dienstleister nicht untergehen werden. „Wer sich genau jetzt richtig aufstellt und seine alten Strukturen hinterfragt, der gehört zu den Gewinnern nach der Krise.“ Davon sind mit mir viele Menschen überzeugt. Darüber hinaus haben Sie jetzt die Chance, im Recruiting die Kandidaten zu gewinnen, die sonst nicht verfügbar wären. 

Fazit:

„Wenn sich die ganze Welt ändert, dann können Sie und Ihr Unternehmen nicht einfach nichts tun.“

Strategie, Strategie und nochmals Strategie – so muss jetzt Ihre Devise lauten. Denken Sie nicht in Entweder-oder-Schemen, sondern bieten Sie Sowohl-als-auch-Szenarien in Ihrem Unternehmen an. Darin legt die große Chance dieser Zeit. Ich wünsche Ihnen den Mut, vor allem dorthin zu schauen, wo es bisher keinen Need gab.