Wenn du das Gegenangebot deines aktuellen Arbeitgebers annimmst, passiert dies fast immer.

Wenn du das Gegenangebot deines aktuellen Arbeitgebers annimmst, passiert dies fast immer.

  • Gegenangebot annehmen?
  • Gründe für ein Gegenangebot
  • Was willst du?

 

Würde es dir auch schmeicheln, wenn du bei deinem aktuellen Arbeitgeber kündigst und dein Chef oder sogar die Geschäftsführung dies nicht akzeptieren will?

Es wird um dich gekämpft, eine neue Position versprochen, mehr Geld geboten und dir ein konkretes Gegenangebot gemacht. Doch Vorsicht - in 85% der Fälle passiert nach einigen Monaten genau folgendes Szenario.

Gegenangebot annehmen?

Sobald dein Arbeitgeber erfahren hat, dass du das Unternehmen für eine neue Berufsmöglichkeit verlassen willst, macht er dir ein Gegenangebot, um dich umzustimmen. Typische Gegenangebote umfassen zum Beispiel eine Beförderung, eine Gehaltserhöhung oder beides. Doch Vorsicht! Dies kann darauf zurückzuführen sein, dass deinem Arbeitgeber bewusst wird, dass er einen wertvollen Mitarbeiter verliert. Allerdings ist dies nicht immer der einzige Grund, denn der Verlust eines Mitarbeiters kann sich für einen Arbeitgeber auch als sehr teuer erweisen.

Bevor du deine Entscheidung triffst, ob du das Gegenangebot annimmst oder ablehnst, sind einige Dinge zu beachten. Stelle dir am besten folgende Fragen, sobald du das Angebot erhalten hast:

  1. Welche Vorteile bietet mir das Gegenangebot?
  2. Warum versucht mein Arbeitgeber mich zu halten?
  3. Wer profitiert mehr davon, wenn ich das Gegenangebot annehme – ich oder mein Arbeitgeber?
  4. Welches Entwicklungspotenzial bietet mir der alte Arbeitgeber und welches der neue?
  5. Welche Rolle spiele ich in Zukunft im alten beziehungsweise im neuen Unternehmen?
  6. Was kann mir meine neue Stelle bieten?
  7. Warum habe ich mich dazu entschieden, meine derzeitige Stelle aufzugeben?

Welcher Punkt spricht dich am meisten an? Aus Erfahrung der letzten Jahre tendiere ich absolut zu Punkt 7: Warum habe ich mich dazu entschieden, meine derzeitige Stelle aufzugeben?

Mache dir bewusst, dass die ausschlaggebenden Beweggründe für einen Wechsel aufgrund eines Gegenangebots nicht einfach verschwunden sind. Versprechen kann dein Vorgesetzter viel, doch wird er das auch halten können und wollen?

 

Gründe für ein Gegenangebot

Folgende Punkte können aus Sicht des Arbeitgebers bzw. des Vorgesetzen zum neuen Angebot führen:

  1. Dein Chef möchte dich nicht ziehen lassen, weil er durch deinen Weggang seine Position oder die seines Bereichs schwächt (internes Machtspiel).
  2. Ersatzbeschaffung bedeutet einen hohen Kosten- und Zeitaufwand. Das Angebot hat somit nichts mit dir persönlich zu tun.
  3. Vorsicht Teamdynamik – eine Kündigung kann zu einer Lawine innerhalb des Gefüges werden. Das Angebot hat somit nichts mit dir persönlich zu tun.
  4. Notsituation: Dein Knowhow fehlt dem Unternehmen massiv. Auch hier hat das Angebot erstmal nichts mit dir persönlich zu tun.

Bist du dir sicher, dass dein Gegenangebot unbedingt deiner Person gilt?

Was willst du?

Die absolut entscheidende Frage lautet: Was willst du? Dein Arbeitgeber möchte, dass du bleibst. Das spielt jedoch keine Rolle – es ist nur wichtig, was du willst.

Die Aussicht auf ein höheres Gehalt oder bessere Karriereoptionen beim selben Arbeitgeber kann verlockend sein, schließlich ist ein Jobwechsel keine triviale Angelegenheit.

Doch mache dir bitte Folgendes bewusst:

Erfahrungswert: 50% der Arbeitnehmer, die Gegenangebote annehmen, suchen nach 60 Tagen erneut aktiv nach einer neuen Stelle. 85% wechseln innerhalb von sechs Monaten.

Deine Wechselgründe verschwinden nicht einfach, du schiebst sie lediglich zur Seite. Doch wenn du dich auf den Weg gemacht hast, kannst du diesen Schritt und die positiven Erfahrungen während des Bewerbungsprozesses bis hin zum Vertragsangebot nicht einfach ignorieren. Aus Erfahrung sage ich dir, das Thema „neuer Job“ holt dich schneller wieder ein, als du glaubst.

Möchte ich, dass du jetzt wechselst? Sicherlich nicht. Das ist deine persönliche Entscheidung, die du allein triffst und für die du auch ganz alleine die Verantwortung trägst.

Ein Gedanke für dich noch an dieser Stelle: Warum ist eine Kündigung nötig, damit dein Arbeitgeber dir ein besseres Angebot auf den Tisch legt?