#
Januar 23, 2018

Warum Technik keine Recruiting-Probleme löst!

Sie kennen sicherlich den Spruch “a fool with a tool is still a fool”. Leider kann ich Ihnen nicht sagen, von wem dieses Zitat stammt, jedoch bestätigten mir meine Workshop-Teilnehmer, dass sie sich auch dieser Meinung anschließen.

Was heißt das jetzt konkret für Sie, Ihr Unternehmen und für ein erfolgreiches Recruiting?

Chatbots lösen keine Recruiting-Probleme
Lassen Sie uns ganz vorne im Prozess beginnen. Sie sind auf der Suche nach passendem IT-Personal, das für Ihr Unternehmen schnellstmöglich in Festanstellung aktiv werden soll. Sie haben sich schon mit diversen Möglichkeiten beholfen wie zum Beispiel unterschiedlichen Stellenportalen, Active Sourcing über Xing usw. Jedoch hat dies alles nicht den erhofften Erfolg in der Personalgewinnung zur Folge gehabt. Was sind nun Ihre Gedanken hierzu? Da hören Sie doch über fast alle bekannten Kanäle die Experten sagen: “Die neuen technischen Möglichkeiten wie Chatbots, KI, SEO & Video-Recuiting werden es richten! Verlassen Sie sich darauf, mit Chatbots können Ihre neuen Kandidaten 24 Stunden und zwar sofort chatten und alle relevanten Informationen einsammeln und bereitstellen. Somit ist Ihr Unternehmen jederzeit “Recruiting ready”. Die Bewerber und Bewerberinnen senden nur noch ihre Unterlagen und Sie sortieren getreu dem Motto “passt oder passt nicht” aus.“
Wunderbar, die Technik erledigt die lästige Routinearbeit und Sie haben endlich wieder Zeit fürs Wesentliche.

Ich wünsche es Ihnen!

Weit gefehlt, denn jetzt kommt leider die schlechte Nachricht: Chatbots lösen keine Recruiting-Probleme und Technik im Übrigen auch nicht.

Chatbots lösen keine Recruiting-Probleme. Davon sind zumindest die mittelständischen Unternehmen in Deutschland überzeugt. Wie eine aktuelle Umfrage unter 230 KMU ergab, tauschen sich die meisten weiterhin lieber „face to face“ mit den Kandidaten aus.*
Auch wenn viele Personal-Experten meinen, dass Chatbots die Zukunft der HR-Kommunikation gehört: Die deutschen Mittelständler stehen den elektronischen Assistenten, die dank künstlicher Intelligenz zunehmend selbstständig mit den Bewerbern „sprechen“ können, skeptisch gegenüber.
Dies ergab eine Umfrage, die die Personalberatung Hype unter 230 Geschäftsführern, HR-Leitern und -Managern sowie Recruitern aus KMU durchgeführt hat.

Die Umfrage Ergebnisse erhalten Sie unter   https://www.frankrechsteiner.de/whitepaper/future-recruiting

 

Ihr Lösungsansatz:
Gehen wir mal davon aus, dass Sie mittels Technik in Zukunft Ihre Anzahl an potentiellen Mitarbeitern verdreifachen könnten. D.h. Sie sprechen nicht mit 50, sondern mit 150 Kandidaten im Monat. Wie reagieren Sie denn auf völlig normale Anforderungen von Bewerbern wie zum Beispiel:

  • Ich möchte nur vier Tage/ Woche arbeiten.
  • Ich möchte nur zwei Tage/ Woche reisen.
  • Habe ich die Chance, nach einem sechsmonatigen Angestelltenverhältnis schon zwei Monate frei nehmen zu können?
  • Ich möchte gerne über die Möglichkeiten „Home Office und flexible Arbeitszeiten“ in Ihrem Unternehmen sprechen.

Haben Sie Antworten auf diese Fragen und Wünsche bzw. ermöglichen Sie diese Arbeitsmodelle auch? Selbst wenn Sie es heute nicht nötig haben, diese Wünsche zu erfüllen – in einigen Jahren werden Sie dies tun müssen, um am Markt bestehen zu können. Davon bin ich fest überzeugt. Denn Sie wollen ja auch weiter wachsen und Fachpersonal für Ihr Unternehmen gewinnen, oder?

Fazit:  
Verstehen Sie mich bitte richtig: Ich bin nicht generell gegen den Einsatz von Technik, um Ihren Recruiting-Prozess und Ihren Abschlusserfolg in Zukunft zu erhöhen. Meiner Meinung nach sollten Sie jedoch zuerst Ihre Hausaufgaben machen, um hier einige zu nennen:

Sie haben Ihre USP’s ausgearbeitet und verwenden diese in Ihrer Kernbotschaft.
Sie haben ein klares und authentisches (Recruiting-) Unternehmensprofil entwickelt und kommunizieren es konkret.
Sie haben Ihre Zielgruppe im Blick und wissen, wo und wie Sie diese erreichen können.
Sie haben lebensphasengerechte und attraktive Arbeitsmodelle für Ihre Mitarbeiter im Angebot.

Erst danach sollten Sie sich um die Technik und Erhöhung Ihrer Kontaktpunkte zu Bewerbern kümmern – und nicht vorher. Machen Sie bitte nicht den zweiten vor dem ersten Schritt. Ich gehe davon aus, dass Sie sich nicht für den wenig erfolgreichen Weg “a fool with a tool is still a fool” entscheiden möchten.